Upcycling-Basics für den Sommer und: Wie wäre eigentlich ein Leben ohne Nähmaschine?

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Wie ein Leben ohne Nähmaschine wäre, kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Manchmal versuche ich, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie diejenigen Leute im Leben zurecht kommen, die andere Hobbies haben und deshalb nicht selber nähen. Wo bekommen sie all die Sachen, die zu ihren Bedürfnissen passen? Woher nehmen sie die Zeit, nach den Sachen zu suchen, die zu ihren Bedürfnissen passen? Brauchen sie nie irgendwelche Lösungen nach Maß? Schmeißen sie alles (textile) weg, was für den ursprünglichen Zweck nicht mehr taugt? Jedenfalls wird mir nach solchen Überlegungen immer wieder bewusst, wie wertvoll für mich das Nähen ist und wie sehr ich mich bereits daran gewöhnt habe, dass (zumindest einfachere) Maßlösungen kein Problem sind und ich bis zu einem bestimmten Level für uns Kleidung nähen kann, die ziemlich genau dem entspricht, was wir uns gerade wünschen. Und nicht zuletzt: wie sehr ich mich daran gewöhnt habe, dass Altes oder Beschädigtes in der Regel dem Materiallager zugeführt wird und auf neue Bestimmungen wartet.

So auch mit diesen neuen T-Shirts für meinen Sohn. Nicht, dass sie allzu besonders oder raffiniert wären. Aber mein Sohn hat am liebsten T-Shirts ohne Knöpfe, ohne Aufdruck, ohne Kragen oder Taschen und mit schön elastischem Halsausschnitt. Dazu kommen meine Ansprüche: ökologisch und sozial vertretbar, nicht zu teuer, einigermaßen schön, nicht zu hell bzw. schmutzanfällig. Also, für diese beiden T-Shirts, die alle unsere Wünsche erfüllen, habe ich etwa eine Stunde gebraucht. Ich behaupte mal, dass Kaufen inkl. Suche nur minimalen Zeitgewinn, dafür vermutlich Abstriche bei Ausgaben und evtl. weiteren Punkten bedeutet hätte.

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Das Material haben drei ausgediente T-Shirts von mir geliefert, als zugekauftes Material war nur noch ein wenig Bündchenstoff nötig.

 

Wie ist das denn bei euch? Wie wäre es bei euch, wenn ihr keine Nähmaschine hättet? Und falls hier auch Nicht-Näher lesen: Wie macht ihr das?

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Verwendetes Material: ausgediente T-Shirts, Bündchenstoff — Materialkosten: ca. 5 Euro — Arbeitszeit: ca. 1 Stunde — Schnitt: Raglan-Shirt von Klimperklein

Zwergenkostüm zum Karneval

Nach Karneval ist es natürlich viel zu spät, über Karnevalskostüme zu sprechen. Leider habe ich es einfach nicht mehr rechtzeitig vor Karneval geschafft, Fotos zu schießen und den Blogbeitrag zu erstellen. Zeigen will ich es trotzdem.

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Zum Kita-Karnevalsthema „Zwerge und Feen“ hat mein Sohn ein Zwergenkostüm bekommen. Und es ist das erste Mal, dass er richtig eifrig an der Nähmaschine mit gearbeitet hat und am liebsten ständig nähen wollte. Alleine geht es natürlich noch nicht, aber er weiß, wie man die Spule oder den Nähfuß wechselt, kann die richtige Garnfarbe heraussuchen, verschiedene Stiche einstellen, neues Garn aufspulen und alles auch mit den entsprechenden Fachbegriffen versehen. Man kann sagen, das Kostüm ist eine richtige Gemeinschaftsarbeit.

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Begonnen haben wir mit einer Weste. Der Außenstoff dafür stammt aus dem reichhaltigen Vorrat an ausgemusterten Herrenhemden, der mir vor einiger Zeit vermacht wurde und schon für so manche Projekte das Material geliefert hat. Vielen Dank noch einmal dafür, ihr Lieben! Der Schnitt ist der gleiche wie bei der Hochzeitsweste von meinem Sohn. Auch sein Hochzeitshemd hat er am Karnevalstag zu der Weste getragen.

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Für die Hose haben wir auf einen altbewährten Freebie-Schnitt von Nosh zurückgegriffen, der ließ sich auch gut mit dem nicht-dehnbaren Stoff nähen. Der Stoff in Wildlederoptik stammt aus diesem Stapel Fabrikresten, die ich geschenkt bekommen habe. Vielen Dank dafür, liebe Alex und liebe Mama von Alex!

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Kombiniert haben wir die Hose am Ende mit einem schönen Ledergürtel, den mein Sohn bereits im Fundus hatte.

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Zwergenschuhe und Zwergenmütze komplettieren das Kostüm. Für die Schuhe habe ich Klimperkleins Puschenschnitt etwas abgeändert und nach einigen Probenähversuchen sind dabei sehr süße Schuhe herausgekommen, finde ich. Die Zwergenmütze war das zuletzt genähte Accessoire. Das Ergebnis gefällt mir nur mittelmäßig, aber aufgrund von Zeitmangel so kurz vor Karneval ist sie so geblieben.

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Achja, einen Bart haben wir auch noch gebastelt. Dafür haben wir viele, viele Stücke Sockenwolle auf einen leichten Stoff aus der Restkiste geknüpft, zum Schluss alles mit Vlieseline festgebügelt und festgenäht, ein Gummi angebracht und den Bart „frisiert“. Leider war es meinem Sohn doch zu ungeheuer, etwas im Gesicht zu tragen, sodass der Bart dann nicht zum Einsatz kam.

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Verwendetes Material: ausgemustertes Herrenhemd, roter Interlockjersey und Sweat von Anita Pavani, ausgemusterte Fabrikstoffreste, Bio-Ecopell-Leder, Stoffreste, 2 Knöpfe aus dem heimischen Nähgeschäft, Bündchenstoff, Hosengummi, Sockenwolle in weiß, Rest Vlieseline — Materialkosten: max. 5 Euro Euro — Arbeitszeit: ca. 5 Stunden — Schnitte: Burda Modell 143 aus Heft 5/2010; Baggy Trousers von Nosh; Puschen von Klimperklein, etwas abgeändert

 

Neue Puschen im Oktober

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Im Oktober hat mein Sohn neue Puschen für die Kita bekommen. Das wurde Zeit. Und dieses Mal mit Upgrade in Form von super-rutschfesten Gummisohlen.

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Die aufgerauhte Innenseite des Leders ist zwar auch schon sehr rutschhemmend, aber das Leder wird mit der Zeit etwas glatter und das Sohlengummi bremst doch noch ein Stück besser. Die Idee dazu habe ich mir bei Schnabelina abgeschaut.

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Die Fotos sind bei Herbstlicht draußen entstanden, weil es einfach so schön war – in Wirklichkeit sind die Puschen natürlich für drinnen gedacht.

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Verwendetes Material: Bio-Ecopell-Leder aus der Restekiste in dunkelblau und „bahamas sand“, Gummiband, Speck Sohlengummi — Materialkosten: ca. 11 Euro — Arbeitszeit: ca. 1 Stunde — Schnitt: Puschen von Klimperklein