Sommerhut

Im Urlaub war dieser Sommerhut genau das richtige für meinen Sohn, denn die Sonnenintensität war schon eine andere als bei uns zu Hause. Mit dem Nackenschutz, der auch die Ohren abdeckt, und dem großen Sonnenschirm vorne schützt der Hut wirklich sehr gut. Der Schnitt ist von Schnabelina.

Statt des Bändchens zum Raffen des Hutteiles habe ich hinten ein breites Gummiband eingenäht. Der Hut sitzt dadurch so gut, dass selbst bei Wind die Bindebänder eigentlich überflüssig sind.

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Verwendetes Material: Stoffreste Webware und Jersey für die Bindebänder, ausgediente Bluse, Vlieseline — Materialkosten: ca. 3 Euro — Arbeitszeit: ca. 1 Stunde — Schnitt: Sommerhut von Schnabelina

Urlaubszeit | Upcycling Basic-Shorts

Noch rechtzeitig vor dem Familienurlaub gab’s einen Schwung kurze leichte Hosen für meinen Sohn.

Das Material stammt komplett von alten Kleidungsstücken von mir, meinem Mann und von Matthias – danke dafür!

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Verwendetes Material: Ausgemusterte Hosen, T-Shirts, Pullis und Herrenhemden, Hosengummi — Materialkosten: ca. 5 Euro — Arbeitszeit: ca. 20 Minuten pro Hose — Schnitt: Modell 140/141 aus Burda 07/2010

Sommer, Sonne, Upcycling | Basics für den Sohn

Ich liebe Basic-Teile. Sowohl für mich selbst als auch für meinen Sohn. Ich mag einfach das Unkomplizierte, vielfach Kombinierbare und Langlebige und setze dafür lieber auf hochwertige Materialien als auf raffinierte Schnitte oder viele Details.

So gibt es für meinen Sohn diesen Sommer auch wieder einen Schwung schlicht-schicker Axelshirts aus Upcycling-Material.

Herhalten mussten drei alte Shirts von mir und meinem Mann.

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Verwendetes Material: Ausgemusterte T-Shirts, Bündchenstoff — Materialkosten: ca. 5 Euro — Arbeitszeit: ca. 1 Stunde — Schnitt: Racerback-Shirt „Minisun“ von Aefflyns to go

Hosen für kühle Sommertage (Upcycling|Sohn)

Von Sommer kann man kaum noch sprechen – selbst die Hosen, die gerade für kühle Sommertage gedacht waren, sind im Moment bei uns kaum noch warm genug. Dennoch möchte ich sie zeigen und ein bisschen Zeit hat der Sommer ja noch, sich zu zeigen.

Lange, leichte und bequeme Sommerhosen fehlten jedenfalls in Sohns Garderobe. Die Regale mit Upcycling-Material sind inzwischen dank vieler Spender gut gefüllt und da fanden sich zwei schöne ausgediente Hosen, die hergehalten haben: einmal ein schöner schwarzer Leinenstoff, einmal ein grauer Jeansstoff. Bei der Kindergröße boten die beiden Hosen genug Material, dass ich die allzu abgenutzten Partien beim Zuschnitt gut aussparen konnte.

In den letzten zwei Wochen hat der Knirps dann einen wahnsinnigen Wachstumsschub um mehrere Zentimeter gemacht, sodass die Hosen kaum fertiggestellt jetzt schon etwas kurz sind. Aber es sind ja Sommerhosen – ich glaube, es geht gerade noch.

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Verwendetes Material: zwei ausgediente Hosen, Bündchenstoff, Hosengummi — Materialkosten: ca. 5 Euro — Arbeitszeit: ca. 1 Stunde — Schnitt:Burda Modell 146 aus Heft 5/2010

Eine kleine Sommer-Upcycling-Erfrischung: Leinentop

Ein ehemaliger Lieblings-Sommerpulli musste kürzlich vom Kleiderschrank ins Materiallager umziehen. Ab heute bereichert er in neuer Form als Upcycling-Teilchen wieder meinen Kleiderschrank.

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Der Pulli müsste ca. 4 Jahre alt gewesen sein. Gerade weil er aus 100% Leinen bestand und so schön leicht war, habe ich ihn sehr gerne getragen und wollte unbedingt etwas Neues daraus entstehen lassen.

Auf eine weitere lange Zeit mit dem neuen Top! 🙂

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Verwendetes Material: ausgedienter Pulli, ausgedientes Top als Bündchen für Hals- und Armausschnitte — Materialkosten: 0 Euro — Arbeitszeit: ca. 40 Minuten — Schnitt: eigener Schnitt „Zohet“

Upcycling-Basics für den Sommer und: Wie wäre eigentlich ein Leben ohne Nähmaschine?

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Wie ein Leben ohne Nähmaschine wäre, kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Manchmal versuche ich, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie diejenigen Leute im Leben zurecht kommen, die andere Hobbies haben und deshalb nicht selber nähen. Wo bekommen sie all die Sachen, die zu ihren Bedürfnissen passen? Woher nehmen sie die Zeit, nach den Sachen zu suchen, die zu ihren Bedürfnissen passen? Brauchen sie nie irgendwelche Lösungen nach Maß? Schmeißen sie alles (textile) weg, was für den ursprünglichen Zweck nicht mehr taugt? Jedenfalls wird mir nach solchen Überlegungen immer wieder bewusst, wie wertvoll für mich das Nähen ist und wie sehr ich mich bereits daran gewöhnt habe, dass (zumindest einfachere) Maßlösungen kein Problem sind und ich bis zu einem bestimmten Level für uns Kleidung nähen kann, die ziemlich genau dem entspricht, was wir uns gerade wünschen. Und nicht zuletzt: wie sehr ich mich daran gewöhnt habe, dass Altes oder Beschädigtes in der Regel dem Materiallager zugeführt wird und auf neue Bestimmungen wartet.

So auch mit diesen neuen T-Shirts für meinen Sohn. Nicht, dass sie allzu besonders oder raffiniert wären. Aber mein Sohn hat am liebsten T-Shirts ohne Knöpfe, ohne Aufdruck, ohne Kragen oder Taschen und mit schön elastischem Halsausschnitt. Dazu kommen meine Ansprüche: ökologisch und sozial vertretbar, nicht zu teuer, einigermaßen schön, nicht zu hell bzw. schmutzanfällig. Also, für diese beiden T-Shirts, die alle unsere Wünsche erfüllen, habe ich etwa eine Stunde gebraucht. Ich behaupte mal, dass Kaufen inkl. Suche nur minimalen Zeitgewinn, dafür vermutlich Abstriche bei Ausgaben und evtl. weiteren Punkten bedeutet hätte.

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Das Material haben drei ausgediente T-Shirts von mir geliefert, als zugekauftes Material war nur noch ein wenig Bündchenstoff nötig.

 

Wie ist das denn bei euch? Wie wäre es bei euch, wenn ihr keine Nähmaschine hättet? Und falls hier auch Nicht-Näher lesen: Wie macht ihr das?

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Verwendetes Material: ausgediente T-Shirts, Bündchenstoff — Materialkosten: ca. 5 Euro — Arbeitszeit: ca. 1 Stunde — Schnitt: Raglan-Shirt von Klimperklein

Sommervorgeschmack: Upcycling Kinderhose

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Der wunderbare Sonnenschein darf ab jetzt gerne bleiben. Wir sind jedenfalls gerüstet. Und wenn doch mal wieder Regenwetter ist, bekommt man mit diesen Hosen trotzdem Sommerlaune.

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Zwei ausgemusterte Tücher – eins habe ich vor 15 Jahren im Urlaub gekauft, das andere wurde mir glaube ich mal von irgendwem zur Weiterverarbeitung vermacht – haben in den Sommerhosen eine neue Aufgabe gefunden.

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Der Schnitt ist selbstgebastelt, ganz flott und unkompliziert genäht und superbequem.

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Verwendetes Material: ausgemusterte Tücher, Bündchenstoff von Lebenskleidung (terracotta) und Anita Pavani (hellgrau), Hosengummi — Materialkosten: ca. 5 Euro — Arbeitszeit: ca. 1 Stunde pro Hose — Schnitt:Schnitt Sommerhose rhinofino Gr. 104

Schurwoll-Steppdecke für das Kinderbett

Ich finde, es gibt keine wohligere Wärme als die von reiner Schafwolle. Deshalb hatte mein Sohn bis vor einiger Zeit auch noch kuschelige Schlafsäcke wie diesen mit Lammflor gefütterten. Als er dann vom Schlafsack zur Bettdecke wechselte, hat er aus alten Beständen zunächst eine dicke Daunendecke bekommen. Auch Daunen sind super, aber für die Übergänge musste Wolle her.

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Söhnchen hat nun eine Decke aus allerfeinstem Material: Bio-Baumwoll-Perkal von Anita Pavani gefüttert und versteppt mit Bio-Wollvlies vom Finkhof. So etwas hat bei uns zu Hause sonst niemand. Das gute Stück ist inzwischen schon seit einiger Zeit im Einsatz, der Sohn schläft gut und mag seine Decke.

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Das Material war gut zu verarbeiten. Allerdings hat die Größe und Dicke der Decke die Verarbeitung schon etwas knifflig gemacht. Vor allem das Steppmuster soll natürlich von beiden Seiten möglichst sauber und ohne Falten sein, was schon Mühe macht und mir auch nicht einwandfrei gelungen ist. Für die Funktion ist das aber nicht allzu relevant.

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Konkret habe ich zunächst das Vlies locker von Hand mit einigen großen Stichen am Unterstoff festgenäht, damit es nicht verrutscht – die Fäden habe ich später von rechts wieder heraus gezogen. Danach habe ich den Außenstoff von Links bis auf eine Wendeöffnung zugenäht und dabei das Vlies mitgefasst. Nach dem Wenden saß alles noch an seinem Platz und ich konnte mit dem Steppen beginnen.

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Verwendetes Material: Bio-Perkal von Anita Pavani (100% Bio-Baumwolle), Bio-Wollvlies (kbT) vom Finkhof — Materialkosten: ca. 50 Euro — Arbeitszeit: ca. 3 Stunden — Schnitt: Nicht nötig

Brautkleid Making-Of und welche Tipps für die Arbeit mit Seide tatsächlich wichtig sind

Heute gebe ich einen Einblick in den Entstehungsprozess meines Bautkleides mit seinen Höhen und Tiefen und den Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe. Trotz der Schwierigkeiten beim Nähen und der Fehler, die dabei glattgebügelt werden mussten, bin ich doch zu einem Ergebnis gelangt, mit dem ich zufrieden bin und habe meine Hochzeit im selbstgenähten Brautkleid feiern können. Allen, die sich bisher nicht an Seide herangetraut haben, kann ich Mut machen.  Hier ist mein kleines Nähtagebuch.

15.05.2017 – Brautkleid Tag 1 – Sprung über meinen Schatten und der obligatorische Nähfehler

Endlich ist es geschafft. Ich habe angefangen mit dem eigentlichen Kleid. Ich hatte großen Bammel, die Seide tatsächlich anzuschneiden, habe es immer weiter herausgeschoben, mich noch besser vorbereitet, gleichzeitig bin ich immer nervöser geworden und unzufriedener, dass es nicht vorangeht. Für diese Woche stand es fest auf meinem Plan und ich bin furchtbar erleichtert. Als ich nach den ersten Nähproben feststellte, dass sich die ausgewählte Seide ganz wunderbar verarbeiten lässt, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen. So viel hatte ich gelesen darüber, dass Seide wirklich besondere Behandlung benötigt und etliche Tipps und Empfehlungen zur Verarbeitung haben mich verunsichert. Vielleicht habe ich auch eine vergleichsweise „einfache“ Seide ausgewählt – zumindest klappt es ganz gut.

Da hat es mir auch tatsächlich gar nicht so sehr zugesetzt, dass alle meine heutige Näharbeit für die Katz war, weil ich die französischen Nähte versemmelt habe und das genähte Teil dadurch zu eng wurde. Egal, mach ich es halt noch mal – Hauptsache, es kommt überhaupt am Ende das heraus, was ich mir vorstelle. Das gehört wohl bei uns allen mal dazu.

Für alle, denen es ähnlich geht, wie es mir bis heute morgen ging: Probiert es aus, traut euch an die Seide, Tipps sind gut, aber lasst euch nicht verunsichern. Seide ist unheimlich haptisch, wunderschön und vielseitig.

Tatsächlich hilfreich fand ich diese Nähtipps:

  • Sorgfältige Vorbereitung und genug Zeit.
  • Schnittmusterteile inkl. Nahtzugabe vorbereiten – so ist sichergestellt, dass alle zugeschnittenen Teile eine gleichmäßige Nahtzugabe haben.
  • Zick-Zack-Schneider bzw. -Schere vermeidet Ausfransen der Kanten.
  • Scharfe Microtex-Nadel verwenden und regelmäßig wechseln.
  • Beim Nähen habe ich jeweils Seidenpapier untergelegt, um die Seide zu stabilisieren und zu schonen.
  • Mit französischer Naht arbeiten (dafür ist eine größere Nahtzugabe nötig) und das wirklich sorgfältig mit Bügeln zwischendurch und so.DSCF4208blog

16.05.2017 – Brautkleid Tag 2 – Beginn einer wechselhaft emotionalen Freundschaft

Heute sind die inneren zwei Lagen für das dreilagige Oberteil entstanden. Viel Fummelarbeit an den Armausschnitten mit einem nicht ganz zufriedenstellenden Ergebnis, aber so wird es jetzt bleiben. Da die unschön gewordenen Stellen innen im Kleid liegen, versuche ich mal, meinen Perfektionismus an dieser Stelle zu ignorieren. Wie das immer so ist, fiel mir nach Beendigung des Nähtages ein, dass ich die Armausschnitte viel einfacher und schöner miteinander hätte verstürzen können statt sie so aufwändig mit einem Schrägband zu versäubern. Aber gut – der Lernprozess zählt ja schließlich auch!

Alles in allem beende ich auch heute zufrieden meine Arbeit. Die Seide und ich freunden uns allmählich an! 🙂

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23.05.2017 – Brautkleid Tag 3 – Ausschnitt, Nähfehler und Lernprozess

Das Oberteil ist heute fertig geworden. Aber zufrieden bin ich nicht. Diese Brautkleid-Näherei ist wirklich eine hoch emotionale Sache und das mit den größtmöglichen Ausschlägen nach oben und nach unten. Und wieder das gleiche: Kaum ist die Tagesarbeit beendet, fällt mir eine viel bessere Lösung für mein Nähproblem ein, als die, die ich bereits gewählt habe.

Aber mal von vorne: Zunächst habe ich heute ein zweites Mal die äußere Lage für das Kleid genäht, die ja beim ersten Versuch an Tag 1 nichts geworden ist. Das ging jetzt beim zweiten Mal auch schon etwas flotter von der Hand und ich merke, dass ich die Angst vor der Seide verliere.

Der nächste Schritt war, die beiden inneren Lagen mit der äußeren zu verstürzen und den Ausschnitt schön zu formen. Der Ausschnitt ist meiner Ansicht nach mit der zentralste Teil eines Kleidungsstückes und sollte daher schon sehr gut gearbeitet sein.

Hat auch erstmal prima funktioniert. Nur meinen letzten Arbeitsschritt heute, nämlich den Ausschnitt von außen noch einmal abzusteppen – den hätte ich besser sein lassen. So hatte ich mir den Ausschnitt nicht vorgestellt. Hier zeigt sich, dass Seide eben doch einer anderen Verarbeitung bedarf als andere Stoffe. Aber wie schon erwähnt fiel mir in meiner Niedergeschlagenheit nach Verlassen des Nähtisches dann doch eine bessere Lösung ein und ich denke, da sind noch Korrekturen möglich.

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06.06.2017 – Brautkleid Tag 4 – Mein erster Meilenstein ist erreicht

Das Oberteil ist heute wieder fertig geworden. Und ich bin zufrieden. Endlich beende ich einen Arbeitstag am Brautkleid wirklich zufrieden! Die Korrektur hat etwas Zeit in Anspruch genommen, aber die Mühe war es definitiv wert.

Ich habe begonnen, indem ich die Naht, mit der ich den Ausschnitt von außen abgesteppt habe, gaaanz, gaaanz vorsichtig wieder aufgetrennt habe. Da das dennoch nicht ganz spurlos geht auf der empfindlichen Seide, habe ich von links die Sturznaht mit einer etwas größeren Nahtzugabe erneuert, sodass die alte Absteppnaht darunter verschwindet. Glücklicherweise ist der gewählte Schnitt hier ein wenig tolerant. Nahtzugaben zurückschneiden, an den Rundungen vorsichtig einschneiden.

An sich hatte ich vor, die inneren Lagen auf der Nahtzugabe festzusteppen für etwas mehr Stabilität, aber letztendlich habe ich mich doch dafür entschieden, nur die inneren Lagen sorgfältig zu bügeln und so den Ausschnitt auszuformen. Die äußere Lage des Oberteils behält dadurch die schöne Leichtigkeit und Luftigkeit. SO gefällt es mir. 🙂

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13.06.2017 – Brautkleid Tag 5 – Herausforderung für meine Geduld und Sorgfalt

Heute habe ich den Nähtag damit verbracht, bei allen Schnittteilen für das Rockteil jeweils die drei Stofflagen aufeinander zu heften, da sie im Rockteil wie eine Lage verarbeitet werden sollen. Das hat echt viel Zeit in Anspruch genommen und war einfach eine öde Fleißarbeit. So langsam werde ich ungeduldig und möchte zum Ende kommen mit dem Projekt Brautkleid. Ich bin einfach nicht der Typ für sehr langwierige Nähprojekte – ich brauche schnelle Ergebnisse, um bei Motivation zu bleiben.

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16.06.2017 – Brautkleid Tag 6 – Zweiter Meilenstein erreicht

Juhu, heute durfte ich wieder „richtig“ ans Nähen gehen und das Rockteil zusammensetzen. Das ist heute also im Groben fertig geworden und konnte anprobiert werden. Mal wieder fällt mir ein Stein vom Herzen, dass alles passt und sitzt und aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe. Das Nähen selbst war eigentlich problemlos, dadurch dass die einzelnen Lagen der Schnittteile bereits aneinander geheftet waren. Jetzt steigt aber wirklich die Anspannung, wie das Gesamtbild des Kleides sein wird!

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20.06.2017 – Brautkleid Tag 7 – Endlich Zeit für die Anprobe

Eeeeendlich ist es so weit! Heute konnte ich die erste Anprobe mit dem kompletten Kleid machen! Puuuh, was für eine Erleichterung, dass all die Arbeit nicht umsonst war. Ich bin schon jetzt völlig verliebt in mein Kleid. Einzelne Details kann ich noch verbessern und der Rocksaum fehlt noch, aber im Gesamtbild ist es geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Schön leicht, luftig und geschmeidig, an den richtigen Stellen trotzdem figurbetont und natürlich elegant. Die Seide ist wunderbar – sowohl optisch als auch haptisch. Da fühlt man sich selbst schon fast so leicht und unbeschwert, wie die Seide selbst ist… Ich könnte noch lange so weiter schwärmen und kann es noch nicht recht fassen, dass das Kleid nun wirklich (bis auf Details) fertig ist. Ich sagte bereits, dass dieses Brautkleid-Projekt hoch emotional ist?

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18.07.2017 – Brautkleid Tag 8 – Die letzten Details

Die letzten Details am Kleid sind fertig! Es ist geschafft! Jetzt entstehen neue Fragen, z.B. wie man so ein Kleid am besten lagert und verhindert, dass Falten entstehen oder dass Söhnchen Zugriff bekommt.

Folgendes war am Kleid noch zu tun: Ich habe am Keyhole ein kleines Textilknöpfchen angebracht. Der Rock wurde doppelt sehr schmal gesäumt – einmal die äußere Lage und minimal kürzer die beiden inneren Lagen. Und zu guter Letzt habe ich die beiden Seidenblumen genäht und seitlich am Ausschnitt angebracht.

Das Ergebnis habe ich ja bereits stolz in meinem letzten Beitrag präsentiert.

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Brautkleid

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Heute zeige ich mein Brautkleid. Ich bin schon etwas stolz, dass ich meine Hochzeit tatsächlich im selbstgenähten Brautkleid feiern konnte. Bis zum fertigen Kleid war es ein langer Weg – und das trotz des vergleichsweise sehr schlichten Schnittes und Designs. Kein anderes Nähprojekt hat mich durch so viele Höhen und Tiefen geführt wie dieses. Glücklicherweise habe ich frühzeitig begonnen, sodass ich den zeitlichen Spielraum noch hatte, Fehler glattzubügeln, Unsicherheiten auszuräumen und mich Schritt für Schritt weiter zu hangeln.

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Ich hatte einen Schnitt für das Kleid, aber ich habe im Prozess noch einige Änderungen vorgenommen und auch die Materialauswahl hat einige Anpassungen nötig gemacht. Heute nehme ich mal das Ergebnis vorweg und zeige das Kleid. Im nächsten Beitrag erzähle ich noch mehr zum Nähprozess und meinen Erfahrungen mit dem Brautkleidschneidern und der Seide.

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Das Kleid hat ein locker fallendes Oberteil mit kurzen Ärmeln, relativ weitem Ausschnitt und einem Keyhole am Rücken. Das Rockteil ist um die Hüfte körpernah geschnitten, nach unten weit schwingend und wadenlang. Vernäht habe ich naturweißen Seidenpongé und Habotai-Seide in drei Lagen. Dadurch schimmert die Seide noch schöner und das Kleid wirkt sehr leicht. Bis auf die einlagig genähten kurzen Ärmel sind alle Lagen im Schnitt identisch.

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Alle in diesem Beitrag gezeigten Fotos sind von unserem Hochzeitsfotografen Christian Knospe.

Dieser Beitrag ist verlinkt bei: Me Made Mittwoch und After Work Sewing.

Verwendetes Material: Seidenpongé (100% Maulbeerseide) naturweiß und Habotai-Seide (100% Maulbeerseide) naturweiß von Anita Pavani, Seidengarn, Seidenmalfarbe, Stoffknopf aus dem örtlichen Knopfgeschäft — Materialkosten: ca. 200 Euro für Garn und Seide — Arbeitszeit: unendlich lange (mindestens 30 Stunden, nicht eingerechnet die zahlreichen Probekleider) — Schnitt: Modell 107 aus Burda 01/2016