Von der Liebe zum Walk | Walkjacke

Ich liebe es, Walk zu vernähen. Nur echten Wollwalk versteht sich. Unter meiner Nähmaschine sind schon ein paar Walkjacken hervorgekrochen: siehe hier für meinen Mann und hier für meinen Sohn plus eine für meinen Bruder, die leider DHL zum Opfer fiel. Noch mehr liebe ich es, Walk zu tragen. Deshalb habe ich mir nun meinen Wunsch nach einer selbstgenähten Walkjacke für MICH erfüllt.

Den eigentlich für Softshell-Jacken vorgesehenen Schnitt habe ich vor einiger Zeit schonmal für mich verwendet und seitdem war mir klar, dass ich diesen Schnitt und Walk auch einmal zueinander bringen muss.

Anders als laut Nähanleitung zum Schnitt vorgesehen, habe ich die Kapuze gefüttert und mit einem Raffgummi versehen. Außerdem habe ich den Schnitt natürlich noch meinen Maßen etwas angepasst.

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Verwendetes Material: Wollwalk „aubergine“ (100% Schurwolle) von Anita Pavani, Rest Baumwolljersey,  Jackenreißverschluss, Endlosreißverschluss, Kordel, Gummiband, Kordelstopper, Ösen, Webband  — Materialkosten: ca. 150 Euro — Arbeitszeit: ca. 6 Stunden — Schnitt: „Philippa“ von farbenmix

Geldbörse | Lebensqualität und Alltagsgenuss

Haptisch und optisch schöne Alltagsgegenstände erhöhen doch stark die tägliche Lebensqualität finde ich. Vor etwa 8 Jahren habe ich mich sehr gefreut, als meine damalige Mitbewohnerin mir von ihrem Studiensemester in China ein hübsches, einfaches Reißverschlusstäschchen mitbrachte, das kurz darauf als Gemeinschaftsgeldbörse im gemeinsamen Haushalt mit meinem jetzigen Mann in den Dienst ging. 8 Jahre täglicher Beanspruchung gingen nicht spurlos an dem zarten Täschchen vorbei, sodass Funktion und Optik zunehmend eingeschränkt waren und kürzlich der Reißverschluss vollends den Dienst an den Nagel gehängt hat. Nach dem einen oder anderen Malheur mit auf dem Boden verstreuten Münzen und einem leeren Portemonnaie an der Kasse musste dringend ein Nachfolger her. Und eben dieser bringt nun wieder neuen Genuss in unseren Einkaufs-Alltag.

Der Schnitt ist denkbar einfach: In ein großes Umschlagteil habe ich ein einzeln genähtes Reißverschlusstäschchen eingesetzt, alles miteinander verbunden und als Verschluss einen großen Knopf mit Gummiband angebracht.

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Verwendetes Material: Bio-Ecopell-Leder, Lieblingsstoffreste, Gummikordel, Vlieseline, Endlosreißverschluss, Steinnussknopf (Anita Pavani) — Materialkosten: ca. 20 Euro — Arbeitszeit: ca. 2,5 Stunden

Wochenendtasche | Upcycling

Endlich sind die abgenutzten Mehrweg-Plastiktaschen vom Supermarkt abgelöst! Eine neue Upcycling-Tasche übernimmt ab jetzt das Gepäck für Kurztrips und Übernachtungsbesuche. Orientiert habe ich mich an der Overnighter Bag von Purl Soho, um mal bei einem der vielen herrlichen Modelle dort anzufangen.

Materialtechnisch habe ich mich für den schwarz-weißen festen Baumwollstoff entschieden, der zuvor eine von vielen Gardinen in einer inzwischen in neuen Räumen frisch eingerichteten Schülerbibliothek war. Vielen Dank an Renate, dass Du bei den Umzugsplänen eurer Bibliothek an mich gedacht hast!

Für den Boden der Tasche habe ich einen schwarzen Stoff in ähnlicher Qualität verwendet, den ich mal auf dem Flohmarkt bekommen habe. Die seitlichen Taschen mitsamt Details stammen von einem Herrenhemd, das mir zusammen mit einem Stapel weiterer schöner nicht mehr benötigter Kleidungsstücke vermacht wurde. Vielen Dank, lieber Matthias!

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Verwendetes Material: Upcycling-Stoffe aus ausgedienten Gardinen und einem Herrenhemd und Upcycling-Reißverschluss, Baumwoll-Gurtband, Endlosreißverschluss, etwas Kordel, ein alter Bernstein-Kettenanhänger — Materialkosten: ca. 10 Euro — Arbeitszeit: ca. 4 Stunden — Schnitt: orientiert an der Overnighter Bag von Purl Soho

Eine kleine Sommer-Upcycling-Erfrischung: Leinentop

Ein ehemaliger Lieblings-Sommerpulli musste kürzlich vom Kleiderschrank ins Materiallager umziehen. Ab heute bereichert er in neuer Form als Upcycling-Teilchen wieder meinen Kleiderschrank.

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Der Pulli müsste ca. 4 Jahre alt gewesen sein. Gerade weil er aus 100% Leinen bestand und so schön leicht war, habe ich ihn sehr gerne getragen und wollte unbedingt etwas Neues daraus entstehen lassen.

Auf eine weitere lange Zeit mit dem neuen Top! 🙂

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Verwendetes Material: ausgedienter Pulli, ausgedientes Top als Bündchen für Hals- und Armausschnitte — Materialkosten: 0 Euro — Arbeitszeit: ca. 40 Minuten — Schnitt: eigener Schnitt „Zohet“

Kleine, feine Details – Handtasche aus Leder

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Ich mag Dinge, die im Gesamtbild schlicht sind, im Detail aber Besonderheiten besitzen. Diese Tasche ist absolut im Prozess entstanden – im Grunde eine komplette Improvisation. Zu Beginn hatte ich ein Bild im Kopf, aber das habe ich unterwegs komplett verworfen.

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Herausgekommen ist ein längst nicht perfektes Täschchen, das ich aber doch schon sehr ins Herz geschlossen habe, weil es die Improvisationsgeschichte trägt, weil ich die Details und das Gesamtbild mag, weil es genau die richtige Größe hat und weil es praktisch ist.

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Was kann ich zu der Tasche erzählen…? Verwendet habe ich Bio-Ecopell-Leder. Das lässt sich an sich sehr gut verarbeiten. An den Ecken und Kanten und wenn mehr als zwei Lagen übereinander vernäht werden müssen, wird es mit meiner durchschnittlichen Nähmaschine etwas knifflig. Leider ist daher auch nicht alles ganz sauber geworden.

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Für den Verschluss habe ich sowohl in der Tasche als auch in der Verschlusslasche kleine Magneten eingenäht – man kann sie auf den Fotos etwas erkennen. Im Futter habe ich eine kleine Reißverschlusstasche eingearbeitet, die super praktisch ist für Kleinkram, den man bei sich hat.

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Besonderheiten sind für mich bei der Tasche die kleine silberne Recycling-Schnalle am Gurt, die cognacfarbene Einfassung am Gurtende und das farbige Innenfutter.

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Verwendetes Material: Bio-Ecopell-Leder in den Farben Schwarz und Cognac, Baumwollstoff aus der Restekiste für das Futter, Vlieseline, Reißverschluss, Recycling-Schnalle — Materialkosten: ca. 30 Euro — Arbeitszeit: ca. 4 Stunden — Schnitt: ein eigener 🙂

Kuschelige Wolldecke für gemütliche Winterabende

Gerade heute ist es hier bei uns doch nochmal kalt geworden. Gut, dass unsere neue Sofadecke inzwischen endlich fertig ist, denn dafür ist das Wetter genau richtig. Ich bin absolute Langsam-Strickerin und so habe ich ein gutes Jahr für die Decke gebraucht. Aber ist ja gerade noch rechtzeitig fertig geworden, bevor auch der nächste Winter ohne Sofadecke vorübergeht.

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Ich habe die wunderbare ungefärbte Wolle (kbT) vom Finkhof verstrickt. Nur für die gehäkelte Kante habe ich das gelb-rote Farbverlaufsgarn verwendet. Für die Decke gefällt es mir besonders gut, dass die Finkhof-Wolle wenig gewaschen ist, dadurch noch naturbelassener ist als viele andere Wollgarne und einen hohen Wollfettanteil hat.

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Ich bin auch absolute Strickanfängerin. Die Decke ist wild gestreift und ganz schlicht kraus rechts gestrickt. Ich habe zwei getrennte Bahnen gestrickt, die ich zum Schluss miteinander vernäht habe. Dann kam noch die gelb-rote Häkelkante drumherum und zum Abschluss wurde alles einmal gedämpft. Ob das nun ein besonders kunstvolles Stück ist, kann ich aufgrund meiner mangelnden Strickerfahrung nicht bewerten. Aber die Decke gehört hier schon zur festen Feierabendausstattung und allein das tolle Garn mag ich wirklich sehr gern anschauen.

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Verwendetes Material: Wollgarn dick hellgrau und dunkelbraun, Fuchswolle dick und Ton-in-Ton gelb-rot (alles kbT) vom FinkhofMaterialkosten: ca. 35 Euro — Arbeitszeit: 1 Jahr…??? In Stunden kann ich das beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen

Taschenkalender ’18 – endlich erwachsen!

Pünktlich zum Jahreswechsel melde ich mich mit einem Büro-Accessoire, mit dem das neue Jahr mal so richtig gut losgeht: Ein ausgereifter Taschenkalender aus Bio-Leder mit Ringbuchmechanik und Stifthalter.

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An diesem Teil macht einfach alles Spaß. Beim Auf- und Zuklappen entsteht keinerlei Spannung, geöffnet liegt der Kalender flach auf dem Tisch und im geschlossenen Zustand legt sich der Deckel auch ohne Schließe einfach ab.

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Der Clou dahinter: Es wurden zwei Lagen Leder übereinander vernäht, wobei die äußere Lage etwas länger als die innere ist. Ein feines, aber entscheidendes Detail. Das wunderbar weiche und dennoch stabile Leder liegt angenehm in der Hand.

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Der mit goldgelbem Garn bestickte Rand harmoniert optisch wunderbar mit dem tiefen und klaren Schwarz des Leders. Ein cognacfarbenes Leder auf der Innenseite führt dazu, dass man beim Öffnen des Kalenders nicht nur Schwarz sieht. Schwarz, Braun und Gold, eine wunderbare Kombination. Abgerundet wird diese Farbkombination durch einen echten Hingucker: Der Schließknopf aus pflanzengefärbter Steinnuss in einem dezenten und leicht rauchigen Violett darf nicht unerwähnt bleiben.

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Nach mehr als fünfzehn Jahren mit einem kommerziellen Kalender freue ich mich nun auf eine mindestens ebenso lange Zeit mit diesem Unikat aus eigener Manufaktur. Frohes neues Jahr!

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Verwendetes Material: Ecopell-Leder, Ringbuchmechanik, Stickgarn, Steinnussknopf (Anita Pavani), Gummiband — Materialkosten: ca. 25 Euro — Arbeitszeit: ca. 3 Stunden — Schnitt: Taschenplaner

 

Brautkleid Making-Of und welche Tipps für die Arbeit mit Seide tatsächlich wichtig sind

Heute gebe ich einen Einblick in den Entstehungsprozess meines Bautkleides mit seinen Höhen und Tiefen und den Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe. Trotz der Schwierigkeiten beim Nähen und der Fehler, die dabei glattgebügelt werden mussten, bin ich doch zu einem Ergebnis gelangt, mit dem ich zufrieden bin und habe meine Hochzeit im selbstgenähten Brautkleid feiern können. Allen, die sich bisher nicht an Seide herangetraut haben, kann ich Mut machen.  Hier ist mein kleines Nähtagebuch.

15.05.2017 – Brautkleid Tag 1 – Sprung über meinen Schatten und der obligatorische Nähfehler

Endlich ist es geschafft. Ich habe angefangen mit dem eigentlichen Kleid. Ich hatte großen Bammel, die Seide tatsächlich anzuschneiden, habe es immer weiter herausgeschoben, mich noch besser vorbereitet, gleichzeitig bin ich immer nervöser geworden und unzufriedener, dass es nicht vorangeht. Für diese Woche stand es fest auf meinem Plan und ich bin furchtbar erleichtert. Als ich nach den ersten Nähproben feststellte, dass sich die ausgewählte Seide ganz wunderbar verarbeiten lässt, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen. So viel hatte ich gelesen darüber, dass Seide wirklich besondere Behandlung benötigt und etliche Tipps und Empfehlungen zur Verarbeitung haben mich verunsichert. Vielleicht habe ich auch eine vergleichsweise „einfache“ Seide ausgewählt – zumindest klappt es ganz gut.

Da hat es mir auch tatsächlich gar nicht so sehr zugesetzt, dass alle meine heutige Näharbeit für die Katz war, weil ich die französischen Nähte versemmelt habe und das genähte Teil dadurch zu eng wurde. Egal, mach ich es halt noch mal – Hauptsache, es kommt überhaupt am Ende das heraus, was ich mir vorstelle. Das gehört wohl bei uns allen mal dazu.

Für alle, denen es ähnlich geht, wie es mir bis heute morgen ging: Probiert es aus, traut euch an die Seide, Tipps sind gut, aber lasst euch nicht verunsichern. Seide ist unheimlich haptisch, wunderschön und vielseitig.

Tatsächlich hilfreich fand ich diese Nähtipps:

  • Sorgfältige Vorbereitung und genug Zeit.
  • Schnittmusterteile inkl. Nahtzugabe vorbereiten – so ist sichergestellt, dass alle zugeschnittenen Teile eine gleichmäßige Nahtzugabe haben.
  • Zick-Zack-Schneider bzw. -Schere vermeidet Ausfransen der Kanten.
  • Scharfe Microtex-Nadel verwenden und regelmäßig wechseln.
  • Beim Nähen habe ich jeweils Seidenpapier untergelegt, um die Seide zu stabilisieren und zu schonen.
  • Mit französischer Naht arbeiten (dafür ist eine größere Nahtzugabe nötig) und das wirklich sorgfältig mit Bügeln zwischendurch und so.DSCF4208blog

16.05.2017 – Brautkleid Tag 2 – Beginn einer wechselhaft emotionalen Freundschaft

Heute sind die inneren zwei Lagen für das dreilagige Oberteil entstanden. Viel Fummelarbeit an den Armausschnitten mit einem nicht ganz zufriedenstellenden Ergebnis, aber so wird es jetzt bleiben. Da die unschön gewordenen Stellen innen im Kleid liegen, versuche ich mal, meinen Perfektionismus an dieser Stelle zu ignorieren. Wie das immer so ist, fiel mir nach Beendigung des Nähtages ein, dass ich die Armausschnitte viel einfacher und schöner miteinander hätte verstürzen können statt sie so aufwändig mit einem Schrägband zu versäubern. Aber gut – der Lernprozess zählt ja schließlich auch!

Alles in allem beende ich auch heute zufrieden meine Arbeit. Die Seide und ich freunden uns allmählich an! 🙂

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23.05.2017 – Brautkleid Tag 3 – Ausschnitt, Nähfehler und Lernprozess

Das Oberteil ist heute fertig geworden. Aber zufrieden bin ich nicht. Diese Brautkleid-Näherei ist wirklich eine hoch emotionale Sache und das mit den größtmöglichen Ausschlägen nach oben und nach unten. Und wieder das gleiche: Kaum ist die Tagesarbeit beendet, fällt mir eine viel bessere Lösung für mein Nähproblem ein, als die, die ich bereits gewählt habe.

Aber mal von vorne: Zunächst habe ich heute ein zweites Mal die äußere Lage für das Kleid genäht, die ja beim ersten Versuch an Tag 1 nichts geworden ist. Das ging jetzt beim zweiten Mal auch schon etwas flotter von der Hand und ich merke, dass ich die Angst vor der Seide verliere.

Der nächste Schritt war, die beiden inneren Lagen mit der äußeren zu verstürzen und den Ausschnitt schön zu formen. Der Ausschnitt ist meiner Ansicht nach mit der zentralste Teil eines Kleidungsstückes und sollte daher schon sehr gut gearbeitet sein.

Hat auch erstmal prima funktioniert. Nur meinen letzten Arbeitsschritt heute, nämlich den Ausschnitt von außen noch einmal abzusteppen – den hätte ich besser sein lassen. So hatte ich mir den Ausschnitt nicht vorgestellt. Hier zeigt sich, dass Seide eben doch einer anderen Verarbeitung bedarf als andere Stoffe. Aber wie schon erwähnt fiel mir in meiner Niedergeschlagenheit nach Verlassen des Nähtisches dann doch eine bessere Lösung ein und ich denke, da sind noch Korrekturen möglich.

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06.06.2017 – Brautkleid Tag 4 – Mein erster Meilenstein ist erreicht

Das Oberteil ist heute wieder fertig geworden. Und ich bin zufrieden. Endlich beende ich einen Arbeitstag am Brautkleid wirklich zufrieden! Die Korrektur hat etwas Zeit in Anspruch genommen, aber die Mühe war es definitiv wert.

Ich habe begonnen, indem ich die Naht, mit der ich den Ausschnitt von außen abgesteppt habe, gaaanz, gaaanz vorsichtig wieder aufgetrennt habe. Da das dennoch nicht ganz spurlos geht auf der empfindlichen Seide, habe ich von links die Sturznaht mit einer etwas größeren Nahtzugabe erneuert, sodass die alte Absteppnaht darunter verschwindet. Glücklicherweise ist der gewählte Schnitt hier ein wenig tolerant. Nahtzugaben zurückschneiden, an den Rundungen vorsichtig einschneiden.

An sich hatte ich vor, die inneren Lagen auf der Nahtzugabe festzusteppen für etwas mehr Stabilität, aber letztendlich habe ich mich doch dafür entschieden, nur die inneren Lagen sorgfältig zu bügeln und so den Ausschnitt auszuformen. Die äußere Lage des Oberteils behält dadurch die schöne Leichtigkeit und Luftigkeit. SO gefällt es mir. 🙂

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13.06.2017 – Brautkleid Tag 5 – Herausforderung für meine Geduld und Sorgfalt

Heute habe ich den Nähtag damit verbracht, bei allen Schnittteilen für das Rockteil jeweils die drei Stofflagen aufeinander zu heften, da sie im Rockteil wie eine Lage verarbeitet werden sollen. Das hat echt viel Zeit in Anspruch genommen und war einfach eine öde Fleißarbeit. So langsam werde ich ungeduldig und möchte zum Ende kommen mit dem Projekt Brautkleid. Ich bin einfach nicht der Typ für sehr langwierige Nähprojekte – ich brauche schnelle Ergebnisse, um bei Motivation zu bleiben.

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16.06.2017 – Brautkleid Tag 6 – Zweiter Meilenstein erreicht

Juhu, heute durfte ich wieder „richtig“ ans Nähen gehen und das Rockteil zusammensetzen. Das ist heute also im Groben fertig geworden und konnte anprobiert werden. Mal wieder fällt mir ein Stein vom Herzen, dass alles passt und sitzt und aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe. Das Nähen selbst war eigentlich problemlos, dadurch dass die einzelnen Lagen der Schnittteile bereits aneinander geheftet waren. Jetzt steigt aber wirklich die Anspannung, wie das Gesamtbild des Kleides sein wird!

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20.06.2017 – Brautkleid Tag 7 – Endlich Zeit für die Anprobe

Eeeeendlich ist es so weit! Heute konnte ich die erste Anprobe mit dem kompletten Kleid machen! Puuuh, was für eine Erleichterung, dass all die Arbeit nicht umsonst war. Ich bin schon jetzt völlig verliebt in mein Kleid. Einzelne Details kann ich noch verbessern und der Rocksaum fehlt noch, aber im Gesamtbild ist es geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Schön leicht, luftig und geschmeidig, an den richtigen Stellen trotzdem figurbetont und natürlich elegant. Die Seide ist wunderbar – sowohl optisch als auch haptisch. Da fühlt man sich selbst schon fast so leicht und unbeschwert, wie die Seide selbst ist… Ich könnte noch lange so weiter schwärmen und kann es noch nicht recht fassen, dass das Kleid nun wirklich (bis auf Details) fertig ist. Ich sagte bereits, dass dieses Brautkleid-Projekt hoch emotional ist?

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18.07.2017 – Brautkleid Tag 8 – Die letzten Details

Die letzten Details am Kleid sind fertig! Es ist geschafft! Jetzt entstehen neue Fragen, z.B. wie man so ein Kleid am besten lagert und verhindert, dass Falten entstehen oder dass Söhnchen Zugriff bekommt.

Folgendes war am Kleid noch zu tun: Ich habe am Keyhole ein kleines Textilknöpfchen angebracht. Der Rock wurde doppelt sehr schmal gesäumt – einmal die äußere Lage und minimal kürzer die beiden inneren Lagen. Und zu guter Letzt habe ich die beiden Seidenblumen genäht und seitlich am Ausschnitt angebracht.

Das Ergebnis habe ich ja bereits stolz in meinem letzten Beitrag präsentiert.

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Brautkleid

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Heute zeige ich mein Brautkleid. Ich bin schon etwas stolz, dass ich meine Hochzeit tatsächlich im selbstgenähten Brautkleid feiern konnte. Bis zum fertigen Kleid war es ein langer Weg – und das trotz des vergleichsweise sehr schlichten Schnittes und Designs. Kein anderes Nähprojekt hat mich durch so viele Höhen und Tiefen geführt wie dieses. Glücklicherweise habe ich frühzeitig begonnen, sodass ich den zeitlichen Spielraum noch hatte, Fehler glattzubügeln, Unsicherheiten auszuräumen und mich Schritt für Schritt weiter zu hangeln.

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Ich hatte einen Schnitt für das Kleid, aber ich habe im Prozess noch einige Änderungen vorgenommen und auch die Materialauswahl hat einige Anpassungen nötig gemacht. Heute nehme ich mal das Ergebnis vorweg und zeige das Kleid. Im nächsten Beitrag erzähle ich noch mehr zum Nähprozess und meinen Erfahrungen mit dem Brautkleidschneidern und der Seide.

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Das Kleid hat ein locker fallendes Oberteil mit kurzen Ärmeln, relativ weitem Ausschnitt und einem Keyhole am Rücken. Das Rockteil ist um die Hüfte körpernah geschnitten, nach unten weit schwingend und wadenlang. Vernäht habe ich naturweißen Seidenpongé und Habotai-Seide in drei Lagen. Dadurch schimmert die Seide noch schöner und das Kleid wirkt sehr leicht. Bis auf die einlagig genähten kurzen Ärmel sind alle Lagen im Schnitt identisch.

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Alle in diesem Beitrag gezeigten Fotos sind von unserem Hochzeitsfotografen Christian Knospe.

Dieser Beitrag ist verlinkt bei: Me Made Mittwoch und After Work Sewing.

Verwendetes Material: Seidenpongé (100% Maulbeerseide) naturweiß und Habotai-Seide (100% Maulbeerseide) naturweiß von Anita Pavani, Seidengarn, Seidenmalfarbe, Stoffknopf aus dem örtlichen Knopfgeschäft — Materialkosten: ca. 200 Euro für Garn und Seide — Arbeitszeit: unendlich lange (mindestens 30 Stunden, nicht eingerechnet die zahlreichen Probekleider) — Schnitt: Modell 107 aus Burda 01/2016

12 Colours of Handmade Fashion – Blaues Sommershirt aus Leinen

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Selmins Aufruf, diesen Monat etwas Blaues zu nähen, habe ich gerne zum Anlass genommen, auch meine eigene dürftige Sommergarderobe etwas aufzustocken. Blau gehört auch zu meinen liebsten Farben und so konnte ich mir doch diese Gelegenheit in inspirierender Gesellschaft blau zu nähen, nicht entgehen lassen.

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Für den Schnitt habe ich in ganz alten Schnittmusterordnern gewühlt und bin auf diesen vergessenen Shirtschnitt gestoßen. Ich mag den schlichten Schnitt mit kleinen Details.

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Ich habe bei Anita Pavani einen Leinenstoff in einem dunklen Blau ausgewählt. Als der Stoff hier ankam, war ich skeptisch, ob es der richtige Stoff für den Schnitt ist, da er doch recht viel Stand hat. Aber das Ergebnis hat mich vom Gegenteil überzeugt. Ich finde, Schnitt und Stoff passen wunderbar zusammen und der Schnitt kommt durch den Stand des Stoffes nochmal besonders gut zur Geltung.

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Als das Hemd fertig war, fehlte mir noch ein kleines farbiges Detail. Mein Mann hat ja an anderer Stelle bereits seinen Blick für schönes, dezentes Design bewiesen, also habe ich ihn zu Rate gezogen. Nach seiner Empfehlung habe ich dann am Saum die kleinen gelben Details aufgestickt.

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Wie beglückend es doch sein kann, Dinge zu vergessen und irgendwann wiederzufinden! Selmins neue Tipps zu Ordnung im Nähzimmer fand ich zwar sehr inspirierend, aber es hat auch was für sich, nicht immer über alles einen Überblick zu haben! Oder wie geht es euch? 🙂

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Verwendetes Material: Garngefärbter „Blue Lein“ (100% Leinen) von Anita PavaniMaterialkosten: ca. 32 Euro — Arbeitszeit: ca. 2 Stunden — Schnitt: ein eigener

Verlinkt bei: 12 Colours of Handmade Fashion